Ausgabe Q1/2026
Wichtige News im Überblick
Die 16. Generalversammlung der International Renewable Energy Agency (IRENA) versammelte im Januar Entscheidungsträger, Regierungsvertreter und Energieexpert*innen aus über 130 Ländern in Abu Dhabi. Unter dem Motto „Powering Humanity: Renewable Energy for Shared Prosperity“ standen globale Strategien zur Beschleunigung der Energiewende, integrierte Energieplanung und gerechte Übergänge im Zentrum. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie internationale Kooperation sowie standardisierte Mess- und Berichtssysteme die Umsetzung von Energie- und Effizienzpolitiken unterstützen.
https://www.irena.org/News/articles/2026/Jan/IRENA-16A-Pre-Assembly-Live-Blog
Wichtige Veranstaltungen in den nächsten 6 Monaten:
15.–17. April 2026 (digital) & 4.–6. Mai 2026 (Präsenz) ENERGIETAGE 2026, Berlin
Leitveranstaltung der Energiewende und des Klimaschutzes in Deutschland
Die ENERGIETAGE 2026 stehen unter dem Motto „Gemeinsam Lösungen schaffen – Sicher. Wirtschaftlich. Klimafreundlich“. Im Mittelpunkt stehen aktuelle energie- und klimapolitische Fragestellungen, technologische Innovationen sowie Lösungsansätze zu Themen wie Energie- und Wärmewende, Versorgungssicherheit, Energieeffizienz, sozialer Akzeptanz und Kommunikation. Fachvorträge, Panels, Workshops sowie Networking- und Ausstellerformate bieten einen umfassenden Überblick über zentrale Herausforderungen und Trends der Energiewende im deutschsprachigen Raum.
https://www.energietage.de/programm.html
20.–24. April 2026, Hannover Messe 2026, Hannover
Auf der Hannover Messe präsentiert die Physikalisch-Technische Bundesanstalt ihre Arbeiten zum Thema Megawatt-Charging. Im Fokus steht die Entwicklung von Messtechnik für Ladeinfrastruktur für Elektro-Lastkraftwagen. Am Stand werden eine PKW-Ladesäule sowie Modelle eines E-LKW und einer LKW-Ladesäule gezeigt. Der Beitrag verdeutlicht die Rolle der Metrologie für sichere, interoperable und effiziente Hochleistungs-Ladeinfrastruktur im Verkehrs- und Energiesektor.
19. Mai 2026 – 20. Mai 2026, Green Cooling Summit 2026, virtuell
Green Cooling Summit 2026 konzentriert sich auf die Frage, wie klimafreundliche Raumklimatisierung mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R-290) im Markt durchsetzbar gemacht werden kann. Die virtuelle Veranstaltung, organisiert vom Umweltbundesamt (UBA) und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesumweltministeriums, beleuchtet technische, rechtliche und finanzielle Aspekte sowie Herausforderungen bei der breiteren Anwendung energieeffizienter und klimaverträglicher Kühltechnologien. Zielgruppen sind Hersteller, Behörden, Wissenschaft und Endkunden, die gemeinsam Lösungsansätze zur Beschleunigung nachhaltiger Kühl- und Klimatechnologien diskutieren.
https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/green-cooling-summit-2026
19. Mai 2026 09.00 – 18.00 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung und per Livestream
Berlin Forum für Globale Zusammenarbeit 2026
Das Forum 2026 steht unter dem Titel Energiekooperation vs. Energiedominanz: Partnerschaften für eine gemeinsame Transformation. Im Mittelpunkt stehen die Chancen internationaler Zusammenarbeit bei der globalen Transformation von Energiesystemen vor dem Hintergrund der Strategie der Trump-Regierung zur fossilen „Energiedominanz“.
Relevante Publikationen mit Kurzzusammenfassung (u.a. Artikel, Studien, Medien, Webseiten):
Renewable capacity statistics 2026 (IRENA, 03/2026)
Die Publikation liefert aktuelle Daten zur globalen Entwicklung erneuerbarer Energiekapazitäten.
Sie gibt einen Überblick über die weltweit installierten Kapazitäten erneuerbarer Energien und dokumentiert deren anhaltend starkes Wachstum, insbesondere bei Solar- und Windenergie. Dabei werden auch Unterschiede zwischen Regionen und Ausbaugeschwindigkeiten sichtbar.
Der Ausbau muss weiter beschleunigt werden um internationale Klimaziele zu erreichen.
Renewable energy and jobs: Annual review 2025 (IRENA, 01/2026)
Die Studie analysiert Beschäftigungseffekte im Bereich erneuerbarer Energien weltweit.
Sie zeigt, dass die Beschäftigung im Bereich erneuerbare Energien weltweit weiter wächst und eng mit dem Ausbau der Technologien verknüpft ist. Gleichzeitig werden regionale Unterschiede sowie strukturelle Veränderungen im Arbeitsmarkt deutlich.
Evaluating Multilateral Development Banks’ Environmental and Social Policies for Green Hydrogen Projects: A Content Analysis (02/2026)
Die Studie des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit zeigt, dass multilaterale Entwicklungsbanken bei der Finanzierung grüner Wasserstoffprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern Umwelt- und Sozialrisiken wie Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust oder Vertreibung lokaler Gemeinschaften häufig unzureichend berücksichtigen. Obwohl solche Banken häufig als Hauptfinanzierer dieser Projekte auftreten, reichen die aktuellen Nachhaltigkeitsrichtlinien nicht aus, um projektspezifische Herausforderungen zu steuern und faire lokale Entwicklung sicherzustellen. Diese Defizite werfen Zweifel auf, ob der Wasserstoffsektor seine Entwicklungs- und Klimaziele in der Praxis wirklich nachhaltig erreichen kann.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/10704965261418543
Beyond Participation: Ellen Bomasang on Gender, Energy, and Structural Change (Asia Clean Energy Partners Interview, 03/2026)
In dem SIPET(Southeast Asia Information Plattform for the Energy Transition)-Interview erörtert die Energie- und Entwicklungspraktikerin Ellen Bomasang, wie sich die Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit im Energiesektor von bloßer Inklusion zu strukturellem Wandel entwickelt hat und welche Barrieren Frauen beim Zugang zu Energie-Jobs und Entscheidungsprozessen weiterhin begegnen. Sie zeigt auf, dass trotz wachsender Anerkennung von Gender Aspekten im Energie-Diskurs echte strukturelle Veränderungen oft ausbleiben und betont, dass eine gerechte Energiewende nur gelingt, wenn politische, finanzielle und institutionelle Systeme so gestaltet werden, dass Frauen nicht nur beteiligt, sondern tatsächlich befähigt und gleichberechtigt eingebunden werden. Diese Perspektive macht deutlich, dass soziale Dimensionen von Energie-Systemen – einschließlich Zugangs-, Beschäftigungs- und Beteiligungsfragen – wichtige Elemente einer ganzheitlichen Qualitätsinfrastruktur im Energiesektor sind, da sie Transparenz, Gleichbehandlung und systematische Bewertung sozialer Wirkungen fördern.
https://www.sipet.org/articlesblogdetails.aspx?id=l2Dd1Zie9EFSw02mPgpiDQ==
Warum kommen Batteriespeicher so schwer ans Netz, obwohl wir sie dringend brauchen? (03/2026)
Im pv magazine Deutschland Podcast wird erläutert, dass Batteriespeicher für die Energiewende von entscheidender Bedeutung sind, weil sie schwankende erneuerbare Energie und Netzkapazitäten stabilisieren. Trotz dieser zentralen Rolle kommen viele Groß- und Kleinspeicherprojekte nicht zeitnah ans Netz, da Netze überlastet sind, Netzbetreiber personell unter Ressourcenknappheit leiden und bestehende regulatorische Hürden sowie starre Anschlussprozesse den Ausbau verzögern. Der Beitrag macht deutlich, dass standardisierte und flexible Netzanschluss-Regelungen, verbesserte Ressourcen bei Netzbetreibern und innovative Konzepte für Anschlussvereinbarungen notwendig sind, um die Speicherung erneuerbarer Energie in der Praxis schneller zu ermöglichen und die Energiewende zu stärken.